Zentralvereinigung der ArchitektInnen Österreichs - Steiermark
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Die Zentralvereinigung österreichischer ArchitektInnen

Sektion Steiermark

Die Zentralvereinigung versteht sich als eine Interessensvertretung der ArchitektInnen, im Sinne des „Interesses“. Sie ist eine kulturelle Vereinigung mit dem Ziel inhaltliche Arbeit an Architektur und Städtebau zu leisten und das Berufsbild der ArchitektInnen zu diskutieren und weiterzuentwickeln. Durch die Bearbeitung thematischer Schwerpunkte werden sowohl interne wie externe Kommunikationsprozesse in Gang gesetzt, neue Tendenzen aufgespürt, als auch an einem sich ständig wandelnden Qualitätsbegriff in der Architektur gearbeitet. Die Mitglieder der ZV bekennen sich zu einer hohen Qualität innerhalb ihres Berufsstandes. Die ZV steht ArchitektInnen, AbsolventInnen und StudentInnen zur Mitgliedschaft offen.

 

Geschichte

1907 wurde die "Zentralvereinigung der Architekten" durch Ludwig Baumann ins Leben gerufen. Sie wurde als Standesorganisation der freischaffenden Architekten gegründet, die an ihre Mitglieder strenge Qualitätskriterien legte. Ihr erster großer Erfolg war 1908 die Abhaltung des ersten internationalen Architektenkongresses in Wien unter dem Vorsitz von Otto Wagner.

Die Zentralvereinigung der Architekten bestand bis zum Jahre 1938. Zu diesem Zeitpunkt wurde sie durch das damalige Regime aufgelöst und ihre Mitglieder wurden in die Reichskammer der bildenden Künste übergeführt. Im Jahr 1945 wurde die Z.V. zwar wieder geschaffen, aber nur als Architektensektion in der „Berufsvereinigung der bildenden Künstler Österreichs“. Sie führte seit damals satzungsmäßig die Bezeichnung „Zentralvereinigung der Architekten in der Berufsvereinigung der bildenden Künstler Österreichs“ und wandte sich immer mehr kulturellen Veranstaltungen und Aufgaben zu, da die Standesvertretung nun ausschließlich von den Ingenieurskammern besorgt wird. Die Z.V. löst sich aus dem Verband der Berufsvereinigung der bildenden Künstler Österreichs los und konstituiert sich wieder als selbstständiger Verein mit Landesverbänden in den Bundesländern (Zweigvereinen).

1957 übertrug das Ziviltechnikergesetz die Agenden der Standesvertretung den Architektenkammern. Damit wurde die Mitgliedschaft der ArchitektInnen in der Architektenkammer zur Pflicht. Nach der Gründung der Architektenkammern konstituierte sich die ZV am 14.5.1959 als eigenständiger Verein neu und übernahm eine neue Aufgabe als kulturelle Organisation. Dieses Selbstverständnis als "Vertretung der Architektur" wurde eingeleitet und begleitet durch die Neukonzeption in der Zeitschrift der ZV, dem "Bau". Die seit 1946 bestehende Vereinszeitschrift „Der Bau“ wurde in den Jahren 1965 bis 1971 zu den wesentlichsten Architekturmedien des Landes. Im Redaktionsteam mit Hans Hollein und Gustav Peichl, später mit Walter Pichler und Oswald Oberhuber, wurden wesentliche Impulse zum architektonischen Diskurs in Österreich sowie zur Öffnung der Grenzen gegeben.

Im Laufe ihrer Geschichte hat die ZV eine Fülle von Vorträgen und Diskussionen mit bedeutenden Architekten und Vertretern jener wissenschaftlichen Disziplinen geführt, die für die Entwicklung der Architektur von Bedeutung waren, u.a. mit Architekten wie Le Corbusier, Walter Gropius, Pier Luigi Nervi, Arne Jacobson, Hans Scharoun, Alvar Aalto, Pierre Vago, Kenzo Tange, Alfred Roth, Ernst Neufert, Walter Förderer, Richard Neutra, sowie mit Wissenschaftlern wie Robert Jungk, Theodor W. Adorno, Golo Mann, u.a.

Die ZV schuf die Grundsätze für Architekturwettbewerbe und sie war bis zur Herausgabe der Wettbewerbsordnung der Architekten 1953 dafür zuständig.Seit 1967 wird jährlich österreichweit der ZV Bauherrenpreis ausgelobt und verliehen. Bis heute zählt diese undotierte Auszeichnung zu den prestigereichsten Architekturpreisen im Land.

Heute gliedert sich die ZV in sieben Landesverbände und hat österreichweit an die 700 Mitglieder. In der Steiermark gibt es zur Zeit 110 Mitglieder. Der Landesverband Steiermark ist seit dem Jahr 1959 aktiv, ihr erster Präsident war Franz Hafner.

Der Landesverband Steiermark ist Gründungsinstitution des 1987 (Vereinsanzeige) gegründeten Haus der Architektur (HDA) Graz, war Mitglied der in Hinblick auf die Kulturhauptstadt Graz 2003 gegründeten Plattform „Architektur in der Steiermark“ (1999-2003) und ist damit auch Gründungsinstitution der seit 2003 existierenden Online-Plattform GAT.st

Die ZV ist zudem Mitgründungsinstitution der 1996 gegründeten österreichweiten übergeordneten Plattform Architekturstiftung Österreich. Unser Präsident Martin Brischnik ist derzeit als Vertreter der ZV Österreich Mitglied in der Stifterversammlung.